Freitag, 21. September 2012

Sauna-ADHS

Bildquelle: Andrea Kusajda  / pixelio.de
Heute poste ich sogar zuckerbefreit.

Ich war den ganzen Tag Wellnessen und wollte mich entspannen. Was in der Sauna manchmal nicht so einfach ist. Denn viele Saunagänger sind von einer tückischen Krankheit geplagt:


Sauna-ADHS


Klingt harmlos. Ist es aber – für die anderen Saunagänger – nicht. 


Ich kategorisiere dabei folgende Typen:


Der Sabbler.

Diese Gattung kommt schon mit einem schwungvollen und lauten "Moin, Moin" durch die Tür (selbst, wenn nur eine Person anwesend ist und diese sich augenscheinlich in einem komatösen Entspannungszustand befindet). Die "Sabbler" sind Analphabeten. Und somit werden die vielen Hinweisschilder mit "Pssst...bitte Ruhe" für japanische Kunstwerke o. Ä. gehalten. Sobald wieder Ruhe eingekehrt ist, legt der "Sabbler" noch mal nach. "Das ist aber auch heiß hier." oder "Wann findet denn der nächste Aufguss statt?" oder "Oh Haue-Haue-Ha." (wir erinnern uns: Er kann ja die Tafel mit den Aufgusszeiten nicht lesen) sind nur drei Beispiele seines umfassenden Repertoires. Besonders schlimm wird es, wenn zwei "Sabbler" aufeinander treffen. Man sollte nie den Fehler machen und einen "Sabbler" um Ruhe bitten. Dann wird er entweder frech oder laut. Oder beides.

Der Glitscher.

Einer meiner persönlichen Lieblinge, wenn man zu Bildern im Kopf neigt. Der "Glitscher" geht davon aus, dass alle anwesenden Saunierenden ebenfalls davon in Kenntis gesetzt werden müssen, dass er bereits über'n Garpunkt ist und sich deshalb schon mal ein paar letzte Ölungen verpasst. Dafür glitscht er mit seinen Händen über seinen ganzen Körper und gibt schöne Glitschgeräusche von sich. Und dies auch gerne mehrfach. Und auch an Stellen...da waren sie wieder, die Bilder. Weißes Pony auf grüner Wiese. Weißes Pony auf grüner Wiese. Weißes Pony auf grüner Wiese...

Der Elende.

Hach ja, der "Elende". Der hat's aber auch nicht leicht auf der Welt. Monatelang spart er sich allen Kummer dieser Erde für die Sauna auf, um hier zielgerichtet sein Elend zu entladen: "Ahhhhhh. Hach, ja. Ohhhh. Uhhhhaaaaaa." Wenn man meint, nun wäre es vorbei mit dem Seufzen und es kehrt endlich wieder Ruhe ein, der irrt. Ein echter "Elender" dreht dann noch mal richtig auf so dass man es mit der Angst zu tun bekommt und am liebsten den Notknopf drücken möchte. Aber keine Bange: Der "Elende" braucht keinen Arzt, sondern nur eine ruhige Sauna, um sich richtig schön auszuseufzen.

Der Spritzer.

Ähnlich wie der Glitscher beschäftigt sich auch der "Spritzer" mit seinen Körperflüssigkeiten. Er geht zwar etwas geräuschloser ans Werk, belässt es aber nicht bei Geräuschen. Nein, bei ihm folgen Taten! Ein Schweißspritzer hier, ein Schweißspritzer da - das ist ganz wunderbar. Und mit besonders viel Glück sitzt man in der Nähe und bekommt auch noch etwas von den edlen Tröpfchen ab. Wie der "Glitscher" streicht er gerne über seinen nass geschwitzten Körper und lässt es regnen. Oder er schüttelt sich einfach noch mal kräftig, bevor er aufsteht. Dieser Typ hinterlässt Spuren.


Donnerstag, 20. September 2012

9,5 Tage zuckerfrei

Bildquelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de
Die ersten 9,5 Tage sind geschafft! :-)

In den ersten zwei Tagen hatte ich starke Kopfschmerzen. Gereizt- oder Übellaunigkeit blieben zum Glück aus. Beim Sport fühle ich mich zzt. noch etwas schlapp, aber das wird auch vorbeigehen.

Bis jetzt empfinde ich den Zuckerentzug noch nicht als Verzicht, sondern als Erlösung. Einen Jieper auf Süßigkeiten hatte ich bisher auch noch nicht. Und beim Einkaufen bin ich noch ganz euphorisch dabei, zuckerfreie Produkte zu kaufen. Es macht mir teilweise richtig Spaß auf die "Jagd" zu gehen. Z. B. habe ich im Kühlregal frische Pasta entdeckt, die ohne Zucker ist. Dazu Parmesan und selbstgemachtes Pesto und fertig ist ein schnelles Abendessen. Man hat ja nicht immer Zeit und Lust abends noch was frisch zuzubereiten.

Ich arbeite auch in einer sehr praktischen Gegend: Reformhaus, Bio-Supermarkt, Budni und eine Vollkornbäckerei sind direkt vor der Tür. So kann ich mich u. a. auch mit zuckerfreiem Brot versorgen. Es stört mich auch nicht, wenn meine Kollegen vor mir naschen. Natürlich möchte ich gerne mitnaschen, aber ich muss mich nicht zwingen, dem Drang zu widerstehen. Er ist einfach nur sehr schwach ausgeprägt.

Da ich schon mal zwei Wochen auf Zucker verzichtet habe, weiß ich, dass diese anfängliche euphorische Grundstimmung auch schnell wieder vorbei sein kann. Aber daran möchte ich jetzt nicht denken. Sondern freue mich über den aktuellen Ist-Zustand.


Sonntag, 9. September 2012

Jetzt geht's los!


Seit Jahren schon fühle ich mich als 13. Tierkreiszeichen: Naschkatze mit Aszendent Zucker. Ich könnte mich von morgens bis abends fast nur von Süßigkeiten aller Art ernähren (besonders Lakritz und gute Vollmilch-Schokolade) und esse sogar weiter, wenn ich schon satt bin bzw. mir der Appetit vergangen ist. Es gibt keinen Tag, an dem ich ohne Süßigkeiten auskomme. Mir geht es physisch gut; sogar meine Blutwerte sind top. Aber mental quält es mich seit langem, dass ich in Punkto Süßigkeiten nicht Herr der Lage bin. Dieser Zwang, Süßigkeiten essen zu "müssen" deprimiert mich.

Es ist dieser absolute Kontrollverlust, der mir zu schaffen macht. Ich möchte naschen, aber mit Genuss und ohne Reue/Schuldgefühle; auch mal eine angebrochene Tüte liegen lassen können. Ich möchte ab und zu was Süßes genießen und nicht täglich Süßes essen müssen. Ob und wann mir das Gelingen wird, weiß ich nicht. Aber einen ersten Schritt mache ich jetzt!

Ich möchte vorerst drei Monate auf Zucker verzichten (in welcher Form folgt weiter unten); ausgelöst durch den Artikel im aktuellen Spiegel "Droge Zucker". Das Zucker nicht gesund ist, ist ja bereits bekannt. Und immer bekannter wird, dass Zucker auf das Gehirn wie eine Droge wirkt und somit Gift ist (Ist Zucker Gift?).

Also möchte ich ein Experiment wagen und gucken, ob ich es wirklich schaffe, drei Monate auf Zucker zu verzichten.

Meine 5 Steps zum Start:

1. Bewusstmachen, welche Produkte Zucker enthalten (z. B. Senf, Ketchup, Gewürze, Pesto, Fertiggerichte etc. Ich war überrascht, dass sogar Gemüsebrühe und geräucherter Lachs Zucker enthalten)

2. Alle zuckerhaltigen Lebensmitteln aus meiner Wohnung verbannen (auch, wenn sie noch länger haltbar sind und ich sie nach den drei Monaten noch verzehren könnte; meine Freunde haben sich über die vielen Gaben sehr gefreut)

3. Überlegen, auf welchen Zucker ich verzichten möchte. Ich werde vorerst nur auf den raffinierten Zucker verzichten. Obst, Milch- und Weißmehlprodukte, Honig, Agavensirup, Stevia und Zuckeraustauschstoffe esse ich weiterhin. Im ersten Schritt geht es mir primär um die Süßigkeiten.

4. Los geht's — ab Mo, 10.09.2012

5. Durchhalten — es ist temporär. Zwei Wochen habe ich Anfang des Jahres schon mal geschafft - nun werde ich drei Monate schaffen. Tschakka!


Was danach ist, kann ich noch nicht sagen. Mache ich so weiter? Gehe ich noch einen Schritt weiter und verzichte auf Obst, Agavensirup und Honig? Oder noch weiter und verzichte auf Milch- und Weißmehlprodukte? Oder mache ich einen Schritt zurück und erlaube mir wieder Zucker in Fertigprodukten? Ich weiß es nicht. Erst mal die drei Monate schaffen und dann sehe ich weiter.

Ketzerisch könnte man sagen: Wenn Zucker eine Droge ist und ich somit süchtig bin, darf ich damit nicht wieder anfangen. Das stimmt. Aber ich würde diese Droge nicht auf eine gleiche Stufe wie z. B. Alkohol setzen.

Mir geht's in diesem Blog nicht darum, andere zu belehren oder aufzuklären. Jeder muss selbst wissen, was für ihn richtig ist. Ich möchte einfach nur meine Erfahrungen teilen und freue mich über Mitstreiter, Feedback, Tipps etc. 

Los geht's! :-)